Bad Orb ohne Windkraft
Bad Orb ohne Windkraft

Infos 2022

13.01.2022
Neujahrsbrief des Vereins Gegenwind Bad Orb e. V.

 

Liebe Mitglieder und Freunde des Vereins Gegenwind Bad Orb,

 

ein ereignisreiches und für viele nicht ganz einfaches Jahr 2021 ist zu Ende. Es war das zweite Jahr, in dem der Corona-bedingte politisch-mediale Krisenmodus das Thema Schutz von Mensch und Natur vor einem rücksichtslosen Windkraftausbau in den Hintergrund gedrängt hat. Auch der Blick auf das gerade begonnene neue Jahr ist angesichts des europäischen Green-Deals und der Klimapläne der neuen Regierung nicht sorgenfrei. Trotz Allem möchte der Vorstand von Gegenwind Bad Orb Ihnen zum Jahresbeginn alles erdenklich Gute wünschen, vor allem Gesundheit und Zufriedenheit und bleiben Sie optimistisch.

 

Das durch Corona geprägte Jahr 2021 mit seinen Kontaktbeschränkungen und eingreifenden Regeln des Zusammenlebens haben unsere Vereinsarbeit und öffentliche Sichtbarkeit empfindlich gestört. Anfang des Jahres fand die Wanderausstellung der deutschen Wildtierstiftung „Windenergie im Lebensraum Wald“ im Gartensaal der Konzerthalle statt. Die Ausstellung thematisierte, dass der Ausbau von Windkraftanlagen besonders im Wald auf Kosten von Natur- und Artenschutz geht. In den für Windkraftanlagen geeigneten Hochlagen der Mittelgebirge befinden sich wertvolle, alte und naturnahe Waldbestände, die ein Garant der biologischen Vielfalt sind. Hier wird ein wichtiger Lebensraum für Wildtiere zerstört wobei die Konsequenzen für die Biodiversität und die waldbewohnenden Arten gravierend sind. Insbesondere für störempfindliche Waldvogelarten, wie z.B. Schwarzstorch, Uhu und Auerhuhn, sind Waldgebiete unverzichtbare Rückzugsräume. Zu den bekannten Risiken wie der Kollision mit Rotoren und dem tödlichen Barotrauma, kommt es durch die Waldrodungen zu einem Verlust von Fortpflanzungs- und Ruhestätten.

 

Im Herbst hörten wir zum selben Thema einen Vortrag von Johannes Bradtka, dem Vorsitzenden des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz und Biodiversität. Sein Credo ist, dass Bäume, also ganz besonders unsere Wälder, die wichtigsten natürlichen Klimaschützer sind. Fünf Windräder im Wald erfordern lt. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eine Rodungsfläche von rund fünf Hektar. Während einer Betriebszeit von 20 Jahren gehen enorme Umweltleistungen des Waldes verloren: Bindung von 560 Tonnen Treibhausgas CO₂, 1,6 Millionen Liter Sauerstoff werden nicht produziert, 2,6 Millionen kg Feinstaub und Ruß wären durch die Bäume ausgefiltert worden und 5,2 Millionen Kubikmeter Niederschlagswasser wären gefiltert, gereinigt, gespeichert und als sauberes Trinkwasser zur Verfügung gestellt worden. All das wird einer Stromerzeugung geopfert, auf die kein Verlass ist.

 

Der Windkraftausbau wird in unserer bereits weit über Gebühr belasteten Heimat weiter forciert. Bei Alsberg und Seidenroth hat Hessenforst Windvorrangflächen für den Bau von Windindustrieanlagen ausgeschrieben. Das Interesse der Investoren ist riesig. Das Genehmigungsverfahren wird voraussichtlich in den nächsten Wochen angestoßen. Eine Gruppe von Anwohnern stemmt sich gegen die Zerstörung ihrer Landschaft. Familien sind nach Seidenroth und Alsberg oder auch in den Vogelsberg gezogen, weil sie in freier Natur leben wollen. Jetzt stellen sie mit Entsetzen fest, dass sie ihren Lebensmittelpunkt in ein Windindustriegebiet gelegt haben. Unser Verein unterstützt so weit möglich mit Rat und Tat den Raubbau an den Wäldern zu verhindern. Wünschenswert ist allerdings auch, dass die betroffenen Gemeinden Bad Soden-Salmünster und Steinau an der Straße ihren betroffenen Bürgern aktiv und wirksam zur Seite stehen.

Weder Natur- und Landschaftsschutz im Zusammenhang mit Windkraftwerken noch das Unvermögen einer sicheren Stromversorgung dieser Anlagen wird von den Regierungsparteien in Hessen und im Bund zur Kenntnis genommen. Blinder politischer Aktionismus schließt die Augen und Ohren vor der einfachen physikalischen Tatsache, dass volatile Energieformen allein zur sicheren Stromversorgung nicht geeignet sind. Zum Jahresende wurden drei Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von ca. 4200 Megawatt abgeschaltet, die Jahrzehnte lang verlässlich CO₂-freien Strom lieferten. Dafür werden jetzt mehr Kohle und Gas verbrannt, mehr Strom von ausländischen Kern- und Kohlekraftwerken, bezogen die gerade nicht mit deutschen Sicherheits- und Umweltstandards arbeiten. Der CO₂-Ausstoß steigt. Um die gleiche Strommenge mit Windmühlen zu erzeugen, bräuchte man ca. 4.000 Windräder mit einer Leistung von je 4,2MW. Gebaut wurden im Jahr 2021 ca. 400 Windkraftanlagen, die jedoch den Strom nicht dann zur Verfügung stellen, wenn er gebraucht wird, sondern nur wenn Wind weht. Gleichzeitig lässt die massive Bevorzugung der Elektromobilität den Strombedarf ansteigen.

 

Wo soll der Strom in Deutschland also zukünftig herkommen? Der in Deutschland eingeschlagene, beschränkte Lösungsweg „erneuerbare Energien“ erfordert unbezahlbare Speicher, Ersatzkraftwerke für Dunkelflauten und einen teuren Netzausbau. Keines dieser notwendigen Techniken steht auf absehbare Zeit in Deutschland zur Verfügung!

Man schaue sich nur die CO₂-Abgaben pro Kopf in unseren Nachbarländern an und deren Stromerzeugungsquellen. Niedrige CO₂-Abgaben werden in jenen Ländern erreicht, welche entweder sehr viel Wasserenergie oder/und Kernenergie verwenden. Deutschland ist bei der CO₂-Abgabe ganz vorne dabei, obwohl wir zudem die höchsten Strompreise haben.

Zusätzlich ist der Rohstoff- und Flächenverbrauch für Solar- und Windkraftanlagen um ein Vielfaches höher als bei konventionellen Kraftwerken. Mit Sinn für physikalische Gesetzmäßigkeiten kommt man an der Weiterentwicklung einer sicheren Kernenergie der neuesten Generation zur Verbrauchsminderung fossiler Brennstoffe nicht vorbei. Leider hat jedoch auch auf diesem Feld der technischen Entwicklung Deutschland aus ideologischen Gründen das Heft aus der Hand gegeben. Neben der Zuwendung zu einer sicheren Kernenergie und einer technologieoffenen Forschung und Entwicklung zuverlässiger Energiequellen sollte nachhaltiger Umweltschutz, also die Schonung von Ressourcen, Natur und Umwelt wieder dringend mehr in den Blick genommen werden. Eine einseitige Fokussierung auf eine Reduzierung der CO₂-Konzentration in der Atmosphäre halten wir jedenfalls für gefährlich. Auf die immer unsicherere und teurer werdende Stromversorgung aber auch auf realistische Alternativen wird in diesem Jahr unser Verein zum Beispiel durch Vorträge verstärkt hinweisen.

 

Liebe Mitglieder, Sie sind gefragt. Die Anstrengungen, noch mehr Windindustrieanlagen in unsere bereits überlastete Umgebung zu bauen, werden immer stärker. Unsere Vereinsziele kann die kleine Vorstandsgruppe allein nicht stemmen. Bitte wirken Sie auf politische Verantwortungsträger in den Kommunen, im Kreis im Land ein. Schreiben Sie Leserbriefe und besuchen Sie Veranstaltungen zu den Themen Windkraft und Energiewende. Tragen Sie das Thema in ihren Bekanntenkreis und werben Sie für unseren Verein. Werden Sie Meinungsbildner und Multiplikator zur Verhinderung der Zerstörung unserer Heimat durch Windkraftanlagen.

 

Für den Vorstand von Gegenwind Bad Orb e.V.

Heinz Josef Prehler

1.Vorsitzender            

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Die Ökobilanz von 100 x 100 m Wald (1 Hektar) kann sich sehen lassen. Etwa dieselbe Flächengröße wird für den Bau nur eines einzigen Windrades benötigt.

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Stand: 26.06.2021
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